Andre Ricks finisht 10. Challange ROTH in 9.37 Stunden
... und dann war sie wieder da, die Nacht die nie endet und in der man keinen Schlaf findet. Um 4.30 Uhr war es dann endlich soweit, Frühstück und dann zum Main - Donau - Kanal.
Kurz noch T1 einrichten und dann den Neo an. NEO?????? Noch im Auto.
Dank Andrea und ihrem MTB konnte ich die 3,8 km dann doch mit meinem NEO schwimmen und kam nach 56 min. aus dam Kanal.
Naja, schnell ist anders.
Jetzt noch durch das Umkleidezelt und dann.... "wieso soll ich meinen Neo im Zelt ausziehen... und in welchen roten Sack stecken... der liegt doch wie in Frankfurt beim Rad..." nee, in ROTH nicht. Also, raus aus der Pelle und zum Rad. Ein Blick über die ca. 3000 Räder verrät mir, bis auf den Ricks hat wirklich jeder verstanden wie das hier läuft. ( Aber nach jahrelanger Wettkampferfahrung hat man es ja nicht mehr nötig die Wettkampfinfos zu lesen. )Zur Belohnung erhalte ich meine erste gelbe Karte als Triathlet.
Nun geht es mit dem Rad auf die 180 km lange Reise. Als ich nach 70 km den Solarer Berg das erste Mal hochfahre, habe ich Tränen in den Augen. Viel wurde hierüber erzählt, doch das muß man selber gesehen haben. Nie habe ich so eine Stimmung erlebt.
Mit 5:07 Std bin ich zwar wieder einiges über eine Männerzeit, aber noch konnte ich mit einem schnellen Marathon den Tag noch retten.
Die ersten 21 km liefen mit 1:38 Std noch nach Plan, doch dann begann das berühmte Kopfkino und ich war froh als die Uhr nach 3:28 Std stehen blieb. Sich über die Hitze an der Lände zu beschweren, wäre mir nach Frankurt und Regensburg mehr als peinlich.
Mit der Erkenntis, daß es in der AK 40. nicht einfacher wird, starte ich nächstes Jahr wieder in Frankfurt.
Gesamt 158.
29. AK 40
Nina Jenke läuft bei ihrem Ironman Debüt auf Platz 5
Triathlon: Erneuter Erfolg fürs Team Labor Koblenz
Regensburg: Am vergangenen Sonntag fand die 2. Auflage des Ironman Regensburg statt, bei dem die 2200 Teilnehmer aus aller Welt 3,86km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen mussten. Bei 18 Grad und Dauerregen waren die Wettkampfbedingungen nicht gerade die Besten für solch körperliche Höchstleitungen und die mentale Stärke der Athleten war gefragt, um dieses Event gut zu überstehen.
Aus Koblenzer Sicht ging Nina Jenke für das Team Labor Koblenz an den Start, die hier ihren ersten Ironman bestritt. Bislang war sie auf der olympischen und der Half-Ironman Distanz erfolgreich unterwegs, ob sie dies aber auf die Langdistanz umsetzen konnte, war ungewiss.
Um 07:00 Uhr fiel der Startschuss zum Massenstart am „Guggenberger See“ in Neutraubling; für die 3,86 km benötigte Nina genau 1 Stunde und kam somit mit einer für sie optimalen Leistung aus dem Wasser.
Für den Wechsel aufs Rad nahmen sich alle Athleten aufgrund der Witterung die Zeit, sich schnell eine Weste oder Regenjacke über zu ziehen, nun galt es 180 km mit voller Aufmerksamkeit zu absolvieren, um bei nasser Straße auf der mit 1300 Höhenmetern profilierten Streckenführung keinen Sturz zu riskieren.
Während der gesamten Radstrecke verließ Nina sich auf ihr Ergomo-Wattmess-System, um nicht alle Körner auf der Radstrecke zu lassen und noch für den anschließenden Marathon gewappnet zu sein. Die vom Labor Koblenz durchgeführten Laktatmessungen auf dem Rad und beim Laufen halfen ihr, wie der Erfolg bestätigt, bei der optimalen Renneinteilung.
Nach 5:24 Stunden im Dauerregen stieg sie zwar etwas durchgefroren, aber voll im Zeitsoll, vom Rad und wechselte in die Laufschuhe auf die abschließende Marathonstrecke.
Selbst überrascht von dem bis dato optimalen Rennverlauf lief sie lachend los, den Gedanken im Kopf: „ jetzt nur noch ein Marathon, und dann bist du schon im Ziel“ – einen Lauf über die Marathonstrecke allein hatte sie zuvor noch nie absolviert. Hinzu kam eine eigentlich verletzungsintensive Vorbereitung, die sie seit April immer wieder zu Laufpausen zwang. „Lach solange du kannst“ sagte sie sich um mental und körperlich locker zu bleiben – gedacht, getan: Die ersten 30 Kilometer liefen wie geschmiert und sie war auf dem Kurs, ihren ersten Ironman mit 10 Stunden zu beenden. Auf der vierten Laufrunde zollte sie jedoch der Verletzungen Tribut und die muskuläre Ermüdung siegte über die mentale Stärke.
Trotz der umwerfenden Motivationsrufe des Publikums in der Regensburger Innenstadt konnte sie die Schrittlänge nicht mehr halten und Nina konnte den Marathon lediglich noch in 3:58 Stunden absolvieren.
Mit einer Gesamtzeit von 10:31 Stunden gelang ihr damit jedoch ein 5. Platz in ihrer Altersklasse und der Sprung in die Top 20 der Frauengesamtwertung – Profis inklusive!
Markus Schnitzius verpasst knapp den Titel
Triathlon: Athleten des Team Labor Koblenz beim Mußbacher Triathlon vorn dabei
Mußbach: Am vergangenen Sonntag fanden in Mußbach die Rheinland-Pfalz Meisterschaften der Kurzdistanz im Triathlon statt.
Bei knapp 30 Grad und schwüler Hitze hieß es für die Athleten auf der Strecke nicht zu dehydrieren. Zunächst waren 1,5km im Freibad zurückzulegen bevor es auf die sehr anspruchsvolle Radstrecke mit dem Anstieg auf den Kalmit, dem höchsten Berg des Pfälzerwaldes, ging. In der Schlussdisziplin waren noch 10km auf einer flachen Strecke zu laufen.
Markus Schnitzius verpasste in seiner Altersklasse M 45 den Titel des Rheinland-Pfalz Meisters um sage und schreibe nur 6 Sekunden. Mit einer Endzeit von 2:21:10 zeigte er sich im Anschluss an das Rennen zwar recht zufrieden, ärgerte sich aber darüber, dass sein direkter Konkurrent in einer anderen Startgruppe unterwegs war. „Wenn wir in der gleichen Gruppe gestartet wären und uns ständig im Visier gehabt hätten, dann hätte es ein hartes Rennen um den Sieg gegeben“.
Sein Teamkamerad Andre Ricks konnte mit nur 2 Sekunden Rückstand auf Schnitzius das Ziel erreichen. Für ihn hieß dieses Ergebnis einen soliden 6. Rang in der AK 40.
Bei den Frauen musste Andrea Schnizius auf dem 2. Platz liegend das Rennen während des Laufens verletzungsbedingt abbrechen. Sie erlitt einen Muskelfaserriss und wird nicht, wie geplant, das Team am kommenden Wochenende beim Triathlon in Bonn vertreten können.
Team Labor Koblenz erneut in Topform
Triathlon: Nina Jenke läuft beim Triathlon Heilbronn in die Top 10
Heilbronn/Koblenz: Am vergangenen Sonntag fand der 2.City Triathlon in Heilbronn statt. Mit 1500 Teilnehmern war das Rennen restlos ausgebucht und die Konkurrenz samt Profiathleten sehr stark vertreten.
Für das heimische Team Labor Koblenz gingen Nina Jenke und Stefan Keul über die Mitteldistanz (2km Schwimmen/70km Rad/15km Laufen) an den Start und konnten ihre gute Form erneut bestätigen.
Um 09:35 Uhr fiel der Startschuss für beide Athleten im 20 Grad warmen Neckar, nahezu gleichzeitig stiegen beide nach 31 Minuten aus dem Wasser und begaben sich auf die anspruchsvolle Radstrecke durch die Berge des Zabergäu. Hier waren auf 70km 810 Höhenmeter zu bewältigen, eine Strecke, die Nina eigentlich aufgrund des Höhenprofils nicht gerade entgegenkommt. Mit der 8. schnellsten Radzeit des Frauenfeldes konnte sie ihre gute Form jedoch unterstreichen und verließ sich bergauf immer auf ihr Wattmesssystem, um nicht zu überzocken.
Stefan Keul, der sich vor 2 Wochen erst den Titel des Rheinlandpfalz-Meisters über die Sprintdistanz sicherte, zeigte sich mit seiner Radleistung mehr als zufrieden und sagte nach dem Rennen „endlich hatte ich noch mal von Anfang bis Ende richtig Druck auf dem Pedal“ – mit einem Schnitt von fast 36km/h auf dieser Strecke eine sehr beachtliche Leistung.
Anschließend waren 3x5km durch die Innenstadt Heilbronns und entlang des Neckars zu laufen. Die Strecke war gesäumt von Zuschauern und Heilbronn bebte nahezu. Die Atmosphäre war einfach gigantisch, die Läufer wurden getragen von der Begeisterung der Zuschauer.
Trotz einer Knieverletzung gelang es Nina in 3:47 Std. ihren 8. Gesamtrang und 3. Rang der AK zu behaupten und diesen Top 10 Platz mit nach Koblenz zu bringen.
Stefan Keul erreichte nach einer Zeit von 3:25 Std. mit einem 4. Platz der AK und einem hervorragenden 22. Platz im Gesamtklassement das Ziel vor dem Rathaus in Heilbronn.
Team Labor Koblenz stellt Rheinlandpfalz-Meister
Triathlon: Stefan Keul gewinnt Titel/Markus Schnitzius auf Platz 3
Mülheim-Kärlich: Um 12 Uhr fiel der Startschuss für die letzte Startgruppe des Tauris-Triathlon, das Top-Feld der Herren, und der Kampf um die Titeljagd des Rheinlandpfalz-Meisters über die Sprintdistanz (500m Schwimmen/20km Rad/5km Laufen) begann.
Stefan Keul holte den Titel der AK 35 in 1:00:06 Std. ins Team Labor Koblenz, obwohl das Rennen gleich zu Beginn der Schwimmdisziplin nicht nach seinen Vorstellungen verlief. Mit der 4. schnellsten Radzeit konnte er sich in 33:24 min aber wieder in den Titelkampf einbringen und diesen mit einer soliden Zeit über 5 km „nach Hause“ laufen.
Dicht gefolgt von seinem Trainingspartner Andre Ricks, der nur 7 Sekunden später als 4. der AK 40 ins Ziel einlief. Seinen Vorsprung von 1:10 min nach dem Schwimmen konnte Ricks leider auf dem kurvenreichen und witterungsbedingt immer wieder rutschigen Radrundkurs von 3x7 km nicht halten oder ausbauen. Mit dem Rennverlauf zeigte er sich trotzdem zufrieden, da er eine persönliche Bestzeit auf dieser Distanz erreichte.
Ebenfalls auf dem Siegerpodest stand Markus Schnitzius in der AK 45, er erreichte nach 1:02:58 Uhr einen souveränen 3. Platz.
Bei den Damen konnte Andrea Schnitzius den 4.Platz der AK 45 für sich verbuchen und damit nach längerer Pause wieder in das Wettkampfgeschehen eingreifen.
Soundcheck RLP - Meisterschaft im Sprint Mühlheim - Kärlich
8. Keul, Stefan TM35 1.
01:00:06 00:08:09 24. 00:33:24 3. 00:18:33 16.
10. Ricks,Andre TM40 4.
01:00:13 00:06:59 1. 00:35:02 11. 00:18:12 12.
18. Schnitzius, Markus TM45 3.
01:02:58 00:08:04 20. 00:36:08 19. 00:18:46 21.
164. Schnitzius, Andrea TW45 4.
01:17:09 00:09:35 147. 00:43:51 170. 00:23:43 168.
Neues Triathlon-Team in Koblenz
Gelungener Saisonauftakt beim Triathlon Buschhütten
Koblenz/Buschhütten: Bereits seit Längerem werden heimische Athleten durch das Labor Koblenz sportleistungtechnisch unterstützt. Hierzu zählen regelmäßige Leistungsdiagnostiken auf dem Rad und der Laufbahn.
Hieraus entstand bei dem Leiter des Labors, Herrn Dr. Walscheid, die Idee, ein eigenes Triathlonteam aus heimischen Spitzenathleten ins Leben zu rufen.
Das Hauptziel des Teams besteht darin, in einem Zeitraum von zwei Jahren geschlossen die Qualifikation für die Weltmeisterschaft auf Hawaii zu erreichen.
Am vergangenen Sonntag jährte sich der renommierte Triathlon in Buschhütten bereits zum 25. Mal. Die Saison für das neu gegründete Team Labor Koblenz eröffnete die 31-jährige Nina Jenke, der mit einem 2. Platz ihrer Altersklasse und einem 11. Gesamtrang in 2:20 Std. ein gelungener Saisonauftakt gelang. Den Sprung in die Top 10 verpasste sie über 1 km Schwimmen, 45 km Radfahren und 10 km Laufen nur um weniger als 30 Sekunden.
Weitere Athleten des Teams sind Stefan Keul, Andre Ricks, Sven Faber, sowie Markus und Andrea Schnitzius.
Vier dieser Athleten werden am kommenden Sonntag bei den Rheinlandmeisterschaften über die Sprintdistanz in Mülheim-Kärlich an den Start gehen und dort in ihre Saison eröffnen.
Weiterhin wird das Team am 29. Mai in Heilbronn, am 12. Juni in Mußbach ( RLP Meisterschaft Kurz ), am 3. Juli bei den deutschen Meisterschaften in Düsseldorf, sowie vielen regionalen Wettkämpfen stark vertreten sein.
HAWAII 2010
Hawaii 2010 – Meine erste Weltmeisterschaft
Mit der Teilnahme an der diesjährigen IRONMAN - Europameisterschaft in Frankfurt hat alles begonnen.
Über die Distanz von 3,8 km Schwimmen, 180 km Rad und 42,2 km Laufen habe ich es geschafft mich für die Weltmeisterschaft auf Hawaii im Oktober zu qualifizieren.
Nun hieß es, ein ausgewogenes Maß an Formerhaltung und Regeneration zu finden, um 12 Wochen später erneut eine derartig hohe körperliche Auslastung in Topform erbringen zu können.
Seit nunmehr vier Jahren werde ich leistungsdiagnostisch durch Herrn Dr. Walscheid und das Labor Koblenz unterstützt. Mit den Auswertungen von z.B. Laktattests gelingt es mir sehr gut, eine Trainingssteuerung auf die jeweils anstehenden Wettkämpfe vorzunehmen, so dass ich am Wettkampftag auf den Punkt fit bin.
In der Woche vor dem Abflug absolvierte ich im Labor noch kurzfristig einen Stufentest im Laufen und Radfahren; die Auswertung schickte mir Dr. Walscheid per E-Mail nach Hawaii, so dass ich für den Wettkampftag mit seinen Empfehlungen eine optimale Renneinteilung planen konnte.
Zufrieden zeigte sich mein medizinischer Berater mit meiner erneuten Leistungssteigerung seit der Europameisterschaft Frankfurt. Die positive Prognose pushte mich zusätzlich für das bevorstehende Rennen. Wieder einmal lagen wir mit der diagnostischen Trainingssteuerung genau richtig.
Eine Woche vor dem Rennen, am 02. Oktober 07:00 Uhr, startete dann die knapp 30-stündige Reise ans andere Ende der Welt - der Mythos IRONMAN - Hawaii konnte beginnen.
Ich war mir bewusst, dass die Zeit der Akklimatisierung sehr knapp bemessen war, aber mehr Urlaub war beruflich nach der abgelaufenen Wettkampfsaison einfach nicht möglich.
Der Flug verlief gut und ich war froh, als wir nach den Etappen London und Los Angeles endlich in Kona landeten. Nach dem ersten Schreck, dass weder Gepäck noch Wettkampfrad in Kona angekommen waren, wurde am nächsten Abend dann doch alles gut und mein Rad wurde mir unversehrt ins Appartement gebracht.
Der erste Weg führte uns jeden Morgen vor dem Frühstück an den Pier von Kona, zum Startpunkt des Triathlons. Hier trafen sich Athleten aus aller Welt, um die am Renntag zu absolvierende Strecke zu testen und dabei die wunderschöne bunte Unterwasserwelt zu bewundern. Von Tag zu Tag wurden es mehr Athleten und auch die Umgebung passte sich immer mehr einer Weltmeisterschaft an - mit jedem Tag wuchs die Spannung für das eigentliche Rennen.
Montags konnte ich dann einen Teil der Wettkampfstrecke abfahren. Ich schloss mich einer Gruppe an, welche mit dem Auto bis an den Wendepunkt in Hawi gebracht wurde und wir fuhren von dort 90 km nach Kona zurück.
Auf der Fahrt machte ich dann Erfahrung mit den berüchtigten Mumuku-Winden (Seitenwinde) bei Hawi: ich konnte teilweise kilometerlang nichts trinken, weil es unmöglich war, eine Hand vom Lenker zu nehmen, ohne die Gefahr eines Sturzes einzugehen. Ich bin wirklich kein ängstlicher Radfahrer, aber nach diesem Tag hatte ich doch zumindest einen gewissen Respekt vor der Radstrecke.
Die auf Big Island (so wird die größte der hawaiische Inseln genannt) herrschende Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit wurden mir erst bei den Laufeinheiten so richtig bewusst.
Vor dem Abflug gab mir die Triathlonlegende Jürgen Zäck noch mit auf den Weg, dass ich im Training auf keinen Fall mehr als 30 Minuten laufen sollte. Dies habe ich zunächst innerlich nur belächelt. „Für 30 Minuten Laufen ziehe ich mir doch die Laufschuhe nicht an…“, war mein Gedanke, aber als ich das erste Mal den Alii-Drive entlang lief (die berühmte Uferstrasse an deren Ende am Kona-Pier das Ziel des Ironman liegt) und ich nach 15 Minuten kaum noch wusste, den Körper auf ein erträgliches Maß zu kühlen, wusste ich was er meinte! Ich konnte mir kaum vorstellen, hier in wenigen Tagen einen Marathon zu laufen.
Dann war der Renntag auch schon da: 09. Oktober, 03:30 Uhr nachts und es hieß Aufstehen.
Am Pier von Kona herrschte schon reges Treiben, als ich zum Bodymarking kam. Hier wird den Athleten in einer Art Zeremonie die Startnummer auf die Oberarme geschrieben. Von nun an gab es kein zurück mehr – ich bekam die Nummer 1347, die übrigens heute noch im Negativ aufgrund von Sonnenbrand auf meinem Arm zu lesen ist.
Um 07:00 Uhr fiel der Startschuss und meine erste Weltmeisterschaft hatte begonnen. Die ersten 1,9 km vergingen wie im Flug. Als ich am Wendepunkt bei 29 Minuten Schwimmzeit auf die Uhr sah, dachte ich noch, dass ich unter einer Stunde aus dem Wasser komme. Dann kam auf dem Rückweg zum Pier die berüchtigte Strömung und in mir wuchs das Gefühl nicht mehr von der Stelle zu kommen. Nach1:11 Stunde stieg ich aus dem Pazifik und wechselte zu meiner Paradedisziplin dem Radfahren.
Die Sonne brannte bereits ab 08:00 Uhr morgens ohne eine Wolke am Himmel auf uns Athleten nieder. Jetzt auf dem Rad galt es immer wieder kaltes Wasser in den Radhelm zu gießen, damit man nicht überhitzte.
Ich fühlte mich gut, überholte auf dem Hinweg nach Hawi sehr viele Konkurrenten – mein Stundenkilometerschnitt betrug bis 20 km vor dem Wendepunkt noch 39 km/h. Es lief super gut und ich konnte ohne Probleme die von Dr. Walscheid gegebenen Wattvorgaben einhalten. Dann kamen wie aus dem Nichts die berüchtigten Winde, die ich im Training zum ersten Mal zu spüren bekam – ich fuhr wie gegen eine Wand und der Tacho zeigte nicht mal 20 km/h an. Das einzig beruhigende war, dass ich trotzdem immer noch Athleten überholte, die alle zu den Besten der Welt gehören. Mit diesem Gedanken konnte ich die nötige Ruhe bewahren und baute weiterhin auf meine Radstärke.
Nach einer Radzeit von genau 5 Stunden und 4 Minuten tauschte ich das Rad gegen die Laufschuhe. Im Wechselzelt wurde mir das erste Mal an diesem Tag bewusst, wie brutal heiß es heute war. Ab jetzt gab es keinen kühlenden Fahrtwind mehr – im Gegenteil, die Hitze von dem schwarzen Asphalt hatte mittlerweile ca. 56 Grad erreicht, die Lufttemperatur betrug ca.40 Grad.
Ich lief gut los, aber nach nur 2 Kilometern musste ich an der ersten Verpflegungsstation zum ersten Mal gehen – ich schüttete mir kaltes Wasser über den Kopf, nahm Eiswürfel in die Hand, steckte sie zudem in meinen Wettkampfanzug, aber als ich mein Renntempo wieder aufnehmen wollte versagten die Beine. Ich musste langsamer Laufen, als geplant war. Ich hatte die Temperaturen einfach unterschätzt –konnte mir jetzt erklären, warum viele andere Athleten einen Tick langsamer Rad gefahren sind: sie haben Kraft gespart.
Mir fehlte einfach die Erfahrung auf Hawaii – heute weiß ich, dass man das Rennen auf Hawaii nicht so gestalten kann, wie eines in Europa. Hier gelten eigene Gesetze!
Auf der anderen Seite habe ich solche „Laufeinbrüche“ bereits mehrfach erfahren und habe jedes Mal nach ein paar Kilometern wieder in meinen eigentlichen Rhythmus gefunden. So baute ich auch hier auf meine mentale Stärke und nach etwa der Hälfte es Marathon fand ich endlich wieder in den Lauffluss.
Das schwerste Stück des Marathons, das berüchtigte Energie-Lab, kam allerdings erst noch. Hier steigen die Temperaturen nochmals an.
Mein Lauf aber wurde immer besser und ich konnte fast mein geplantes Lauftempo aufnehmen. Während andere Athleten zum Ende des Marathons kaum noch gehen konnten und von Krämpfen geplagt waren, wurde mein Schritt flüssiger. Mental war ich nun auf einem Höhenflug, da ich es erneut geschafft hatte, ein derartiges Tief zu überwinden und ins Rennen zurückzufinden. Ich begann, das Rennen wirklich zu genießen und fieberte dem Zieleinlauf entgegen.
Als es vom Highway runter und zurück in das Städtchen Kona über die Palani-Road ging, waren es noch etwas über 2 Kilometer bis zur Finish-Line. Bereits hier hörte ich laute Musik und die jubelnden Zuschauer, die jeden Athleten im Ziel in Empfang nehmen.
Ab hier waren alle Schmerzen weg, es war wie ich es mir erträumt hatte – die letzten Meter auf dem Alii-Drive, die Tausenden von Menschen rechts und links des roten Teppichs – ich fühlte mich wie in Trance.
Dann hörte ich meinen Namen über die Lautsprecherboxen
„Stefan Keul – You are an Ironman”
Unter dem Zielbogen warf ich die Arme nach oben und ich wusste, ich hatte es geschafft: nach 10 Stunden und 12 Minuten hatte ich meinen Traum, die Teilnahme an der Ironman Weltmeisterschaft, verwirklicht.
Bereits wenige Minuten nach dem Ziel waren die erlebten Qualen vorüber und ich beschloss, an diesen Ort zurückzukehren und aus den hier gemachten Erfahrungen und Fehlern eine Zielzeit von unter 10 Stunden zu realisieren.
Bedanken möchte ich auch bei Siegfried Gerlitzki, welcher mich durch die Bereitstellung von einem neuen Ergomo Wattmesssystem unterstützt. Das Zusammenspiel von Leistungsdiagnostiken und wattgesteuertem Training mit ergomo-systems ermöglicht mir als vollberufstätigem Leistungssportler, eine optimale Ausnutzung der Trainingseinheiten. Anhand der Auswertungen können z.B. Umfänge gesenkt und Intensitäten erhöht werden – ergomo-systems bietet die Möglichkeit bei geringem Zeitaufwand die höchstmögliche Effektivität einer Trainingseinheit voll auszunutzen.